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Wir tauchen ein in die Märchenwelt des Puppenspiels - Ein Kunstprojekt mit Kindern, Oktober 2025

Der sorbische Schulverein e.V. hat in Kooperation mit dem Sorbischen Bildungszentrum LIPA, unterstütz von der Stiftung Ingrid Wüsteney, eine Kunstwerkstatt zum Thema Puppenspiel und Puppenbau durchgeführt. Die Werkstatt fand vom 14.10. bis 17.10.2025 in Schmerlitz statt, ein Dorf mitten in der zweisprachigen Oberlausitz.

Fünfzehn Kinder im Alter von sechs bis zehn, aus den umliegenden Schulen (Panschwitz-Kuckau, Crostwitz, Räckelwitz, Ralbitz, Wittichenau), erlebten ganz besondere Herbstferien, mit Kreativität, Bewegung, Sprache, Gemeinschaft und nicht zuletzt Freude. Die Kunstwerkstatt wurde zweisprachig durchgeführt, besonders wurde jedoch das Obersorbische gefördert. Kinder, welche nicht so oft die Möglichkeit haben, sorbisch zu sprechen, haben sehr davon profitiert.

Inhalte der Kunstwerkstatt

Wie komme ich auf interessante Geschichten und wie erzähle ich sie? Wie kann ich den eigenen Körper und die Stimme einsetzen, um spannende oder lustige Geschichten zu erzählen? Diese Fragen beschäftigten uns am ersten Workshoptag. Dazu probierten die Kinder verschiedene Kreativtechniken aus, mal allein, mal in Gruppen. Die sorbische Theaterpädagogin Christine Werner zeigte den Teilnehmern verschiedene Übungen. Spielerisch wurden Stimme und Körper aktiviert und dabei die Möglichkeiten des Körpereinsatzes erkundet. Diese Übungen bereiteten die Teilnehmer auf die kommenden Tage für das Puppenspiel vor.

An den weiteren drei Tage widmeten wir uns ganz dem Puppenspiel und Puppenbau. Lutz Männel, ein erfahrener Puppenspieler aus der Oberlausitz, führte die Kinder mit viel Geschick in die Kunst des Puppenbaus ein. Als erstes befassten wir uns mit dem Märchen, welches am Ende zur

 Aufführung gebracht werden sollte: „Schneewittchen und die sieben Zwerge“. Wir erweiterten es gemeinsam durch zusätzliche Figuren. Die Rollen wurden verteilt und jedes Kind überlegte sich, wie die Puppe zu seiner Rolle aussehen könnte. Im ersten Schritt des Puppenbaus schnitzten wir den Kopf unserer Figur, welcher mittels einer speziellen Technik weiter moduliert wurde. Nach dem Trocknungsprozess bekamen die Puppengesichter Farbe. Dazu gehörte auch das Mischen feiner Nuancen und Farbübergänge, besonders für die Hautfarben. Wir produzierten aus Wollfäden ganze Haarschöpfe. Mit der üppigen Haarpracht versehen wurden die Köpfe zu Stabpuppen montiert. Zuletzt bastelten die Kinder aus verschiedenen Stoffen passende Kleidungsstücke. So entstand eine bunte Gruppe von Stabpuppen.

Eine kleine Vorführung von Herrn Männel entfachte noch einmal die Faszination der Kinder für das Puppenspiel. Dabei lernten die Teilnehmer verschiedenste Arten von Puppen kennen. Anschließend durften sie sich selbst ausprobieren, lernten die Stabpuppen richtig zu bewegen, wie man lustige Effekte einbauen kann und weitere wertvolle Hinweise für das Spiel.

Mit den fertigen Figuren wurde nun geprobt: Wir übersetzten das Märchen vom Deutschen ins Sorbische, probierten den Einsatz von Ton und Musik und arbeiteten den Charakter einzelner Figuren durch Modulation von Stimme und Gestik heraus. Das Proben erforderte von den Kindern Konzentration und Durchhaltevermögen.

Am Nachmittag des letzten Tages, zur Premiere des gemeinsamen Puppenspiels, wurden etliche Gäste erwartet. Dafür malten wir Werbeplakate und Hinweisschilder bzw. Wegweiser. Zur Vorstellung kamen über 40 Gäste, so dass alle Plätze belegt waren. Die Zuschauer waren begeistert von der Leistung der Kinder, welche innerhalb weniger Tage ein ganzes Märchen sich erarbeitet und ihre Spielfiguren dazu gebaut haben. Die Teilnehmer durften ihre Stabpuppen dann zufrieden mit nach Hause nehmen.

Bautzen, 12.12.2025, Hana Schön, Projektverantwortliche beim SSV e. V.